Amnesty International Gruppe Kirchheim/Teck

Impressum | Login

Gruppe Kirchheim/Teck

StartseiteVerlauf

Was ist auf dem Bild zu sehen?

02.10.2018

Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern - ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!

Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte "Briefe gegen das Vergessen". Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die "Briefe gegen das Vergessen" wirken durch ihre enorme Anzahl.

Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen!

Brief

Oktober 2018

Generalstaatsanwalt von Teheran
 Abbas Ja’fari Dolat Abadi
Office of the Prosecutor
Corner (Nabsh-e) of 15 Khordad Square
Tehran, IRAN Im Oktober 2018

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt, aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie. AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.

In diesem Fall handelt es sich um Arash Sadeghi. Der iranische Menschenrechtsverteidiger und gewaltlose politische Gefangene befindet sich seit über zwei Jahren im Gefängnis. Er verbüßt dort zwei Haftstrafen von insgesamt 19 Jahren und wurde allein für seine friedliche Menschenrechtsarbeit verurteilt. Er hat lediglich friedlich Gebrauch von seinen Rechten auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit gemacht. Seit einem 71-tägigen Hungerstreik leidet Arash Sadeghi an zahlreichen Erkrankungen. Seit 20 Monaten klagt er zudem über Schmerzen im Ellenbogen und in den Schultern. Als er im Mai 2018 endlich im Krankenhaus untersucht wurde, stellten Ärzte einen Knochentumor fest. Doch ein Antrag auf die Verlegung in ein Krankenhaus, das auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert ist, wurde von den Behörden abgelehnt. Deshalb appelliere ich dringend an Sie, sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt: Setzten sie sich bitte kraft Amtes dafür ein, dass Arash Sadeghi umgehend und bedingungslos frei gelassen wird; Zugang zu der dringend benötigten fachärztlichen Behandlung erhält; weiterer Folter und anderweitiger Misshandlung – dazu zählt auch die Verweigerung einer angemessenen medizinischen Behandlung – geschützt ist; Untersuchungen gegen diejenigen eingeleitet werden, die ihm die medizinische Behandlung verweigern. Hochachtungsvoll

Oberstaatsanwalt der Volksstaatsanwaltschaft

 im Bezirk Chongqing
He Hengyang Jianchazhang 
Chongqing 

Shi Renmin Jianchayuan 270 Jinlong Lu
Longxi Yubei Qu
Chongqing Shi 400020
VOLKSREPUBLIK CHINA Im Oktober 2018

Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt, aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie. AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.

In diesem Fall handelt es sich um Dong Guangping. Er wurde am 13. Juli 2018 zu 42 Monaten Haft verurteilt, nachdem er zuvor wegen „Anstiftung zum Umsturz“ und „illegaler Überquerung der Staatsgrenze“ für schuldig befunden worden war. Staatlichen Medienberichten zufolge basierte sein Schuldspruch wegen „Anstiftung zum Umsturz“ auf seiner Teilnahme an zwei Versammlungen in Thailand, die nach Ansicht der chinesischen Regierung auf die „Untergrabung der Staatsmacht“ und den „Sturz des sozialistischen Systems“ abzielten. Seit seiner Festnahme gibt es keine offiziellen Informationen über seinen Verbleib oder seinen Gesundheitszustand. Dong Guangping wird ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, ihm drohen Folter und andere Misshandlungen. Deshalb appelliere ich dringend an Sie, sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt: Setzen Sie sich bitte kraft Amtes dafür ein, dass Dong Guangping umgehend freigelassen oder in einem fairen, den internationalen Standards entsprechenden Verfahren verurteilt und nicht allein wegen der friedlichen Wahrnehmung seiner Menschenrechte festgehalten wird. Hochachtungsvoll

René Bagoro
Ministre de la justice et de droits humains 
 Avenue de l’Indépendance
Ouagadougou 01
BP 526
BURKINA FASO Im Oktober 2018


Exzellenz, aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie. AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. In diesem Fall handelt es sich um frühverheiratete Mädchen, mit großer Sorge habe ich erfahren, dass noch immer Tausende Mädchen in ganz Burkina Faso zu frühen Eheschließungen gezwungen werden. Viele von ihnen sind zu dem Zeitpunkt ihrer Heirat gerade einmal elf oder zwölf Jahre alt. Die sexuellen und reproduktiven Rechte der Mädchen werden immer wieder verletzt. Nur die wenigsten Mädchen dürfen eine Schule besuchen. Trotz enormem Drucks seitens der Familien und der Gesellschaft weigern sich viele Mädchen, eine solche Ehe einzugehen und versuchen zu fliehen. Zwar wurden bereits erste Schritte unternommen, um Früh- und Zwangsehen zu verbieten, doch es muss noch mehr getan werden, um Sonderregelungen zur Frühverheiratung unter 15 Jahren zu unterbinden. Bitte sorgen Sie dafür, dass alle nationalen Gesetze zum Verbot von Zwangs- und Frühehen durchgesetzt und gestärkt werden. Darunter sollte auch die Festlegung des Heiratsalters für Mädchen und Jungen auf 18 Jahre fallen, entsprechend der Afrikanischen Charta für die Rechte und das Wohlergehen des Kindes und anderer internationaler und regionaler Menschenrechtsinstrumente. Stellen Sie bitte sicher, dass die Betroffenen von Frühehen Gerechtigkeit erfahren und dass diejenigen, die für die Schließung von Frühehen verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden. Sorgen Sie bitte außerdem dafür, dass die Einrichtung öffentlicher Unterkünfte zum Schutz der Opfer von Früh- und Zwangsehen vereinfacht wird. Hochachtungsvoll